Hochbegabung

Das Verständnis von Hochbegabung hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Traditionell wurde von Hochbegabung gesprochen, wenn in einem standardisierten Intelligenztest ein Gesamt-IQ von 130 Punkten erreicht wurde. Das betrifft 2% der Menschen. Inzwischen hat sich das Verständnis von Hochbegabung erweitert und es wird zunehmend anerkannt, dass eine Hochbegabung z. B. auch bedeuten kann, dass ein Mensch besonders sensitiv ist und mehr Eindrücke aus der Umwelt auf- und wahrnimmt als andere Menschen. Auch ist inzwischen anerkannt, dass die Fähigkeiten und Herausforderungen, die mit einem hohen intellektuellen Potenzial einhergehen, nicht erst ab einem Gesamt-IQ von 130 Punkten, sondern auch bei niedrigeren Testergebnissen eintreten können.

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Wann kann eine Diagnostik weiterhelfen?

Hochbegabungsdiagnostik führe ich aktuell nur mit Kindern und Jugendlichen durch (6 bis ca. 16 Jahre). Eine Diagnostik kann bei einigen Fragestellungen neue Erkenntnisse und Ansatzpunkte für weitere Schritte ermöglichen. Häufige Themen, mit denen Eltern zu mir in die Praxis kommen, sind:

  • Ihr Kind beklagt sich über Langeweile und darüber, dass es Aufgaben bearbeiten soll, die es schon lange lösen kann.
  • Die Hausaufgabenbearbeitung eskaliert, weil Ihr Kind wütend wird, wenn es schon wieder Wiederholungsaufgaben bearbeiten soll, die es teilweise schon vor der Einschulung hätte lösen können.
  • Ihr Kind kann schon weiter rechnen, besser lesen oder schreiben als die anderen Kinder seiner Klasse. Es bearbeitet aus eigenem Antrieb z. B. in einer Lern-App Aufgaben, die für höhere Klassenstufen gedacht sind.
  • Eine Lehrkraft Ihres Kindes hat Sie darauf angesprochen, dass Ihr Kind hochbegabt sein könnte.
  • Ihr Kind hat die Grundschule ohne Probleme durchlaufen und hat seit dem Wechsel auf die weiterführende Schule einen Leistungseinbruch. Die schulischen Anforderungen erscheinen jedoch nicht zu hoch.
  • Ihrem Kind geht es gut, es hat Hobbys und pflegt Freundschaften. Es wirkt jedoch insgesamt so, als ob es im Vergleich zu Gleichaltrigen schneller und tiefer lernt, Sachverhalte tiefer hinterfragt und mehr um die Ecke denken kann.
  • Ihr Kind wächst in einer Familie mit hochbegabten Familienangehörigen auf und Sie möchten frühzeitig einen Überblick über das intellektuelle Potenzial Ihres Kindes erhalten (Sie möchten Ihr Kind einfach auf das Vorliegen einer Hochbegabung testen lassen).

Was sind typische Themen für eine Beratungssitzung?

Die Beratungsanlässe sind vielfältig. Manche Eltern nehmen Beratung in Anspruch, um ein besseres Verständnis für ihr Kind und dessen Bedürfnisse zu entwickeln. Das kann zum Beispiel Streitigkeiten rund um das Thema Hausaufgaben entspannen. Andere Eltern wenden sich gemeinsam mit ihrem Kind an mich, um Unterstützung für einen Entscheidungsprozess (z. B. Schulwechsel) in Anspruch zu nehmen.

Häufige Themen in der Arbeit mit (betroffenen) Erwachsenen sind die Aussöhnung mit verpassten Chancen im Leben und eine Nachjustierung der beruflichen Situation.